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Wer schreibt, lebt zweimal

Wer schreibt, lebt zweimal.


Schreiben. Ein Lebenselixier, das ich nicht missen möchte.


Begonnen hat alles mit der Geburt meines Sohnes.
Keinen Augenblick dieses neuen Lebens wollte ich verpassen.
Jeden noch so kleinen Fortschritt hielt ich in meinem Tagebuch fest.
Viele meiner eigenen Unsicherheiten habe ich damals notiert, von denen ich zu der Zeit niemandem erzählen wollte.
Mein Tagebuch wurde zu meiner wichtigsten Stütze, ja, es wurde mir fast zu einer Art Freund.
Ich notierte Begebenheiten, Gedanken, Ängste, Befunde, Gefühle, Neuigkeiten, Geschenke, Besuche - einfach alles, das mir wichtig schien.
Jetzt, so viele Jahre später gelesen, erinnere ich viele Dinge.
Das erste Mal Babybaden zum Beispiel oder die erste Geburtstagsfeier.
Solche Momente lebendig zu halten ist wunderbar und bereichernd.

In der Anfangszeit, die ich mit ihm zu Hause verbringen konnte, begann ich, meine eigene Geschichte aufzuschreiben.
Er sollte später einmal nachlesen und verstehen können, was mein Leben ausmacht und worin ich meinen Lebenssinn sehe.
Es dauerte nicht lange und ich erkannte, dass sich der Zweck meines Schreibens veränderte.
Ich schrieb nicht mehr nur für ihn, sondern auch für mich.
Schreiben kann so viel mehr sein, als nur eine Erklärung, ein Bericht, eine Aufzählung.

Schreiben hilft beim Verarbeiten der eigenen Lebensgeschichte.
Schreiben hilft beim Sortieren der Gedanken, beim Planen von Projekten, beim Ausarbeiten von Ideen und beim Annehmen von Situationen.
Wir können schöne Momente festhalten, wir können uns aber auch aus Krisen regelrecht herausschreiben.
Anhand unseres Geschriebenen sind wir in der Lage unsere eigenen Fortschritte ablesen und uns an Erlebtes detailreich erinnern zu können.
Das Schönste daran ist: es muss nicht perfekt sein! Ich habe im Nachlass einer meiner Lieblingstanten ein gebundenes schwarzes Heft gefunden.
Meine Tante hatte einige Erinnerungen und Gedanken darin mit Bleistift notiert.
Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr ich mich über diesen unverhofften Schatz gefreut habe und mich immer noch daran freue!
Beim autobiographischen Schreiben gibt es kein Falsch.
Ein fehlendes Komma oder ein Verschreiber kann weder Freude noch Wirkung schmälern.

Mit diesem reichen Erfahrungsschatz habe ich vor rund zehn Jahren begonnen, Kurse im autobiographischen Schreiben zu geben.
Die Schreibgruppe "Burgschreiber" ist daraus entstanden.
Wir treffen uns monatlich zum gemeinsamen Schreiben und Bearbeiten unserer Texte.
Ich gebe Schreibimpulse, und dann gehts los.
Schnell reihen sich Geschichten aneinander wie Perlen.
Es ist eine reiche Ernte, die wir einfahren können.
Jeder von uns trägt viele Geschichten, Gefühle und Erlebnisse in sich, die es wert sind, aufgeschrieben zu werden.
Gelegentlich unternehmen wir kleinere Schreibexkursionen und Ausflüge.

Ab und zu biete ich Workshops an, die schreiben und malen verbinden.


Alle meine Kurse sind für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet. Vorkenntnisse sind nicht notwendig.
Von Zeit zu Zeit veranstalte ich kreative Schreibwerkstätten.
Wir treffen uns zum Schreiben in Gärten, Parks, auf der Burg oder in Cafes und dann werden nach Herzenslust Geschichten erfunden.
Wir lieben, hassen, morden, stehlen die Kirschen aus Nachbars ​ Garten und pflücken Blümchen - alles nur auf dem Papier, versteht sich.
Und doch ist auch das ein Aufarbeiten der eigenen Geschichte, ein Schöpfen aus der eigenen Erfahrung, ein Spiel mit unseren Ängsten, ein Freilassen und Entfesseln unserer Fantasie.
Eine ganz andere Art des Schreibens, aber ebenso heilsam.

Meiner Meinung nach können WhatsApp-Chats oder E-Mails kein Ersatz für handgeschriebene Briefe oder Postkarten sein, weil schon die Herangehensweise eine völlig andere ist.
Man sucht ein schönes Briefpapier aus, greift zu einem Lieblingsstift und denkt darüber nach, was man einem lieben Menschen schreiben möchte.
So etwas verfasst man nicht “zwischen Tür und Angel”. Das hat auch etwas mit Achtung und Respekt zu tun. Ich selbst habe eine große messingfarbene “Postbox”.
Hier bewahre ich alle Briefe und Postkarten auf, die ich im Laufe der Zeit bekommen habe und noch bekomme.
Die Nachrichten Jahre später noch einmal zu lesen, bringt viele Erinnerungen und auch das ein oder andere Schmunzeln zurück.

Gleichzeitig können gerade diese Art von Schriftstücken wichtige und interessante Zeitzeugenberichte sein.
Ich selbst schreibe, um zu verarbeiten.
Ich schreibe, um zu erhalten.
Ich schreibe, um mich aufzuräumen, um zu verstehen und um mich zu amüsieren.
Jeder, der Lust zum Schreiben hat, ist in meinen Kursen herzlich willkommen.
Ob in Gruppen autobiographisch bei den "Burgschreibern", oder kreativ in der "Schreibwerkstatt" on Tour , oder alleine am Lieblingsplatz per E-Mail-Kurs "Schreibend durchs Jahr", oder zum Rauhnachtschreiben.

Im Schreiben liegt ein Zauber, der so Vieles bewirken kann.


Fühlen Sie sich frei, aufzuschreiben, was immer Sie empfinden. Jeder kann schreiben.
Das Geheimnis liegt im Beginnen.

Termine, Preise und weitere Informationen unter https://schreibstube-franken.jimdo.com/
Gerne auch per persönlicher Nachricht an schreibstube-franken@gmx.de
Herzlichst
Ihre Andrea Senf aus der Schreibstube Franken.

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